Elly Griffiths – Totenpfad & Knochenhaus

August 1, 2012 in Krimis, Rezensionen

Copyright: Jerry Bauer

Elly Griffiths

Elly Griffiths ist eine hierzulande noch relativ unbekannte Autorin. Die Idee zu ihrer ungewöhnlichen Protagonistin Ruth Galloway hatte sie, als ihr Mann seinen Job als Banker aufgab, um Archäologe zu werden. Bisher sind mit “Totenpfad” und “Knochenhaus” zwei Krimis mit Ruth Galloway und DCI Harry Nelson erschienen. Christine Stamm hat die Bücher gelesen – und für gut befunden. Hier ihre Meinung zu Elly Griffiths ersten Werken:

TOTENPFAD

Das Buch ist der erste Band einer neuen Reihe mit der forensischen Archäologin Ruth Galloway, deren Spezialgebiet alte, und zwar sehr alte, Knochen sind. Die übergewichtige Wissenschaftlerin unterrichtet an der Universität von North Norfolk Doktoranden und lebt sehr abgeschieden mit ihren Katzen Flint und Sparky am Rande eines Salzmoors.

Sie wird durch den Fund von menschlichen Knochen im Salzmoor nicht nur beruflich in diesen Fall verwickelt, sondern auch privat, sowohl  durch das Auftauchen alter Bekannter wie ihrem früheren Mentor Eric und Cathbad, dem Hobbydruiden, als auch durch eine besondere Beziehung zu dem ermittelnden Beamten, Detective Chief Inspector Harry Nelson.

In diesem Krimi geht es um verschwundene Mädchen in verschiedenen Zeitaltern, um Menschen, die man kennt oder eben doch nicht und nicht zuletzt um eine interessante Landschaft: das Moor mit all seinen Tücken.
Der Krimi zeichnet sich durch interessante, lebensnahe Personen- und Situationsbeschreibungen aus. Elly Griffiths nimmt sich Zeit für ihre Figuren und entwickelt die Handlung relativ langsam. Da dies der erste Band einer hoffentlich langen Reihe von Büchern ist, ist das nicht nur für die Autorin gut und hilfreich, sondern auch für den Leser.

KNOCHENHAUS

Beim Lesestart des zweiten Buches dieser Reihe hatte ich sofort ein vertrautes Gefühl:“ Hallo, Dr. Ruth Galloway. Wie ist es Ihnen in der Zwischenzeit ergangen?“ Es geht ihr relativ gut, sie leidet ein bisschen an den Folgen des ersten Bandes, nämlich morgendlicher Übelkeit, Gewichtszunahme und Ähnliches…

Beim Besuch einer Ausgrabungsstätte zeigt man Ruth die Knochen eines Kindes, die unter einer alten Türschwelle gefunden wurden. Allerdings fehlt der Kopf. Es stellt sich schnell heraus, dass die Knochen aus der Neuzeit stammen. Nun muss die Polizei verschiedenen Spuren nachgehen: ein schon vor Jahren geschlossenes Kinderheim, in dem zwei Kinder spurlos verschwunden sind; eine alteingesessene Familie, die dort gewohnt hat – es gibt viele Spuren. Parallel zur aktuellen Handlung liest man in einem Tagebuch, das vom 1. – 30. Juni des römischen Kalenders datiert und dem Leser die Denkweise des Mörders darlegt.

Ihre Nachforschungen bringen Ruth in Gefahr, jemand lässt sie seltsame Dinge finden, sie wird bedroht und DCI Nelson stellt sie unter Polizeischutz. Trotzdem kann er nicht verhindern, dass sie in die Gewalt des Mörders gerät.